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Content Experiences sind das Content Marketing der Zukunft

 Lukas Hilbert  /  Zuletzt überarbeitet: 14.02.2021   
Content Experiences

In diesem Artikel spreche ich über die Macht, Experiences bzw. Erlebnisse zu schaffen.

Du wirst kreative Beispiele und Best Practices für wirkungsvolle Content-Experiences kennenlernen und bekommst Denkanstöße für deine eigene Strategie.

Aber lass uns am Anfang starten.

Kennst du das Gefühl, wenn du dich als SEO, Content Manager oder Content Marketer im Content-Hamsterrad festfährst?

Du und deine Kollegen pushen jede Woche neue Inhalte nach vorne, aber irgendwie scheint es nie so richtig zu greifen und Ergebnisse zu erzielen.

Ahrefs hat in den letzten Jahren Datenstudien durchgeführt, und hat einige erschreckende Zahlen aufgedeckt:

90,63% aller Seiten bekommen null Traffic von Google und 5,29% von ihnen bekommen zehn Besuche pro Monat oder weniger.

90,63% der Seiten erhalten keinen organischen Suchtraffic von Google
Noch schlimmer ist, dass sich ein Großteil der Content-Produktion im Content-Hamsterrad langweilig, anstrengend und unkreativ für dich anfühlt.

Ich verstehe dich!

In diesem Artikel möchte ich dich in das Konzept der Content Experience einführen.

Es ist die Überschneidung von Content Marketing und User Experience.

Und es geht vor allem darum, deine Inhalte zu strukturieren, zu verpacken und bestmöglich zu nutzen.

Beim Aufbau von Content Experiences liegt der Fokus nicht mehr auf der Produktion von Content im großen Stil, sondern darauf, kreative Wege zu finden, um deine Inhalte neu zu verpacken und aufzuwerten.

In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf den Aspekt der Verpackung von Content auf innovative Weise.

Wir als SEO-Profis neigen dazu, in diesem Bereich ein wenig langweilig zu sein, weil Google ein textbasierter Crawler ist – aber das sollte uns nicht davon abhalten, bedeutende Erlebnisse zu schaffen, die Vertrauen für deine Marke aufbauen.

Warum sind aussagekräftige virtuelle Erlebnisse jetzt wichtiger denn je?

Weil wir die Nase voll haben von Zoom-Calls, Textwänden und Webseiten, die alle gleich aussehen.

Die letzten Jahre waren zu viel davon.

Es ist an der Zeit, Erlebnisse zu schaffen, die die Aufmerksamkeit der Nutzer aufrechterhalten.

Was sind Content Experiences?

Randy Frisch prägte den Begriff Content Experience in seinem 2019 erschienenen Buch “F#ck Content Marketing: Focus on Content Experience”.

Er definiert es als:

Eine Content Experience ist (1) die Umgebung, in der dein Content lebt, (2) wie er strukturiert ist und (3) wie er deine Interessenten und Kunden dazu bringt, sich mit deinem Unternehmen zu beschäftigen.

Letztendlich beinhaltet das Meistern der Content Experience drei Elemente:

  1. Ein strategischer Ansatz, um die Umgebung zu schaffen, in der dein Publikum deinen Content konsumiert.
  2. Strukturierung deiner Inhalte, damit sie leicht auffindbar sind.
  3. Ermutige dein Publikum, sich mit dir zu beschäftigen – und letztendlich zu konvertieren – während du sie durch die „Buyer’s Journey“ führst.

Beeindruckende Content Experiences, um deine Kreativität zu wecken

Nun wollen wir sehen, wie wir diese Definition in praktische Beispiele und Best Practices umsetzen können.

Ich möchte vier Bereiche hervorheben, mit denen du deine Content-Experiences verbessern kannst.

Das Pyramidenprinzip

Das Pyramidenprinzip wird oft in Zusammenfassungen oder Zeitungsartikeln verwendet.

Es sorgt für Fokus und Aufmerksamkeit.

Der Kern des Prinzips ist dieser:

  • Beginne zuerst mit der Antwort.
  • Gruppiere und fasse deine unterstützenden Argumente zusammen.
  • Ordne deine unterstützenden Ideen logisch an.

Lass dich von Journalisten inspirieren und beginne mit den wichtigsten Informationen in deiner H1-Überschrift und dem ersten Absatz.

Begrabe den Anfang nicht und verstecke deine besten Informationen nicht mit einer langweiligen Einleitung, ausladendem Text und Keyword-Stuffing.

Und noch weiter: Nicht jedes Keyword oder Thema braucht einen langen Artikel, um nützlich zu sein.

Diese Online-Stoppuhr von WebUhr ist ein gutes Beispiel für eine nützliche Seite, die ganz oben rankt und keinen langen Text braucht.

Webuhr Stoppuhr einfache Content Experience

Content Experience – phänomenal!

Hier ist ein Beispiel für das Keyword und Thema “Rechnungsvorlage”.

Wer will schon 2.000 Wörter lesen, wenn er danach sucht?

Keiner!

Für ein gutes Erlebnis wollen wir die eigentliche Vorlage haben. Und am besten wird noch ein Hinweis angezeigt mit “keine Anmeldung notwendig”.

Genau das ist es doch, was wir uns wünschen.

Außerdem verringerst du die Frustration und bietest dem Besucher sofort einen Mehrwert.

Das macht es wahrscheinlicher, dass sie sich später genauer mit dir beschäftigen.

Ressourcen-Bibliotheken, die die Suchintention erfüllen

Die Anwendung des Pyramidenprinzips auf deine gesamte Website und deinen Blog bedeutet, dass du deine Blog-Kategorien überdenken solltest.

Nach Datum sortiert (wie es WordPress und viele andere CMS tun) ist weit davon entfernt, den Nutzern relevante Informationen zu zeigen.

Denke an deine Blog-Kategorien als Ressourcen-Bibliotheken und strukturiere sie so.

Was ich damit meine?

Es bedeutet, dass du deine Inhalte nach Thema (Silostruktur) und/oder Inhaltstyp (Video, Whitepaper, Ebook) und/oder Funnel-Stufe (Akquise, Kundenpflege, Sales) clustern solltest.

Hier eine gute Ressourcen-Bibliothek, die sehr gut durchdacht ist:

Ressourcen Bibliothek Baby Website

Das Thema ist das erste Jahr eines Kindes.

Du kannst z.B. auf den 3. Monat klicken und bekommst direkt eine Übersicht zu den wichtigsten Themen in diesem Zeitabschnitt und kannst weiter zu den Themen „Entwicklung, Gesundheit, Tipps“ etc. navigieren.

Ein weiteres Beispiel ist der Blog von Neil Patel:

Neil Patel Blog Struktur

Anstatt dir direkt den gesamten Content seines Blogs anzuzeigen, bietet er dir eine dominante Möglichkeit zur Auswahl eines bestimmten Themas an.

Damit kann der Besucher sofort alle Beiträge filtern, nach denen er sucht.

Im Grunde liegt die Aufgabe der Ressourcen-Bibliothek also darin, es den Nutzern leicht zu machen, Informationen zu finden, die für sie relevant sind, indem du deine Inhalte nach Kontext und Bedürfnissen strukturierst.

Engagement fördern & deine Liste wachsen lassen

Apropos Babies – eine Website, die nützliches Engagement fördert, ist die Windelmarke Pampers.

Ihre Website hat eindeutig einen Content-First- und keinen E-Commerce-First-Ansatz.

Aber selbst, wenn du es in den Shop schaffst, machen sie es super einfach und hilfreich, die richtigen Produkte für dich zu finden.

Die Shop-Kategorien beinhalten einen Taschenrechner, der die Windelgröße und die benötigte Windelmenge anzeigt.

Ein toller Weg, um das Engagement auf der Website zu erhöhen und das Erlebnis zu verbessern.

Pampers Tools Content Experience

Glaub mir, Pampers gleicht inzwischen schon eher einer Ratgeberseite, wo du von einem Schwangerschaftsrechner, Namengenerator bis hin zu Checklisten für Babyparties, alles finden kannst.

Ein klassischerer Weg, um das Engagement zu erhöhen und Leads einzufangen, ist Coschedule.

Garrett Moon hat das Buch “10x Marketing Formula” geschrieben, in dem er seinen Ansatz beschreibt, organische Besucher in Leads zu konvertieren.

Fast jeder einzelne ihrer Blogbeiträge hat einen individuellen Leadmagneten.

Dazu gehören Vorlagen für Content-Kalender und Planer sowie Headline-Tipps.

Ihr Content ist nützlich, folgt dem Pyramiden-Prinzip und konvertiert trotzdem in E-Mail-Leads.

Coschedule Leadmagnet

Es ist so simpel wie genial:

Du schreibst über ein Thema wie zum Beispiel: „die beste Struktur für Lebensläufe“ und blendest einen Leadmagneten „5 Vorlagen für Lebensläufe“ ein, die man sich gegen den Tausch der E-Mail-Adresse herunterladen kann.

Vermeide tote Seiten mit interner Content-Verteilung

Weißt du, wer deinen Content wirklich gebrauchen könnte, um seine Bemühungen zu unterstützen?

  • Dein Support-Team.
  • Dein Verkaufsteam.
  • Deine Rechnungen.

Du fragst dich vielleicht, was haben meine Rechnungen mit meiner Content-Erstellung zu tun?

Nun, deine Quittung ist eine verpasste Gelegenheit, um zu informieren, zu erklären und Superfans aufzubauen.

Warum solltest du nicht deine besten Anleitungen in deine automatisierten Quittungs- und Rechnungs-E-Mails integrieren?

Beispiel

Du hast dir gerade einen Hochdruckreiniger gekauft, deshalb gibt es hier eine Reihe von Anleitungen, wie man ihn benutzen kann:

Kärcher Anwendungsbeispiele Hochdruckreiniger

Es sollte klar sein, warum diese Anleitungen auch für dein Support- und Verkaufsteam sehr hilfreich sind.

Richtig, um Anwendungsfälle hervorzuheben!

Wenn du kein Verkaufsteam hast, weil du B2C betreibst, sind diese Informationen trotzdem hilfreich, um SEO-optimierte Kategorieseiten zu erstellen, die tatsächlich Spaß machen – und nicht nur ein paar SEO-Inhalte sind, die leblos unten auf die Seite geklatscht werden.

Es ist an der Zeit, kreativ zu denken, um sich mit Content-Experiences abzuheben

Kurz gesagt, Content Experience ist die Praxis, deine Besucher zu fesseln, starke Online-Erlebnisse zu schaffen und wirklich hilfreich zu sein.

Content Experience Design hilft uns dabei, aus dem Hamsterrad der endlosen Textwände auszusteigen.

Es erlaubt uns, kreativ zu sein und mehr aus den Inhalten zu machen, die wir bereits haben.

Es ist ein Werkzeug, um Vertrauen aufzubauen, neue Leads zu generieren und sich als Marke wirklich abzuheben.

Zu guter Letzt, und das ist das Wichtigste, hilft es dabei, unsere Bemühungen nicht in die Mülltonne der Seiten zu werfen, die nie besucht werden.

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